Archiv für das Tag: ‘Stillen Kind’

So müde …

Die stillende Mutter in einem Morgenbrief an ihr 14 Monate altes Baby:


„Schlaff, Kindlein, schlaff. Deine Mama ist heute müde. Warum? Du warst durstig in der Nacht, Dein Mund hat Dir weh getan, weil Du neue Zähnchen bekommst. Wie ein Luchs spitze ich die Ohren, wenn von Dir auch nur der leiseste Hinweis darauf kommt, dass Du stillen möchtest. Wenn Du schmatzt, Dich hin und her wälzt, etwas dumpf „Mammama“ vor Dich hin mümmelst. Natürlich brauche ich kein Stillkissen, um Dich anzulegen. Keinen Still-BH, keine Stilleinlagen, keine Creme für die Brustwarzen, kein Licht beim Stillen, keine Stillberaterin, die ich nachts anrufe, kein Stillshirt, keine Milchpumpe, keine Stillhütchen - und dennoch, obwohl bei uns inzwischen alles vollautomatisch abläuft, weckst Du mich. Trinkst Deine Portion und möchtest danach wieder schlafen.


Ein kleiner Trost: Auch ich schlafe danach prompt wieder ein, gnädig sind die Stillhormone. Und da ich nachts nicht aus dem Bett aufstehen muss, bemerke ich Deinen Appetit nur unterbewusst. Trotzdem, liebes Baby, Du bist jetzt 14 Monate alt und darfst bald, sehr bald, so gut schlafen, dass wir uns beide nicht mehr gegenseitig wecken. Es küsst Dich, Deine Mama.“


Nächtliche Abenteuer & Stillen

Das Baby weint! Es ist eine Woche alt und gerade erst vor einer Stunde gestillt worden. Die Windeln sind auch nicht voll. Das Baby ist untröstlich und kann nicht schlafen…..die verzweifelten Eltern, die schon im Bett liegen, auch nicht. Aber gestillt wurde es ja gerade, dass kann es also wirklich nicht sein. Doch was ist es dann? Die Zeiger der Uhr wandern langsam, aber stetig. Es ist schon 22:30 Uhr und das Baby weint noch immer. Der Papa glaubt, das das Baby vielleicht einschläft, wenn er es spazieren trägt. Gesagt, getan. Papa steht auf, zieht sich an und verschwindet mit dem weinenden Kind auf den nächtlichen Straßen von Berlin Mitte. Das Weinen wird immer leiser. Wie schön, seelig und sanft gleite ich in einen leichten Schlaf. Gleich wird der Papa das tief schlafende Kind zurückbringen und alles wird gut sein.

Dem Stillen sei Dank….
Schon höre ich die schweren Schritte meines Mannes auf der Treppe, doch was ist das? Das Schreien beginnt aufs Neue. Oh mein Gott, wie soll das nur weitergehen….??? Die Tür geht auf, der entnervte Papa legt seiner müden Frau das Kind ins Bett und sagt: „Mir ist jetzt völlig egal was Du denkst und wann dieses Kind zum letzten Mal getrunken hat! Du stillst es jetzt einfach!“ Solch freundlicher Aufforderung kann man nachts einfach nicht widersprechen. Also lege ich das Kind, das gierig nach der Brust schnappt an, es trinkt ein wenig und schläft zufrieden ein.


Ägyptische Stillrichtlinien

Während unseres Aufenthaltes lernen wir auf einem Spaziergang eine ägyptische Großfamilie kennen. Die Leute leben sehr einfach, sprechen durch den Kontakt mit den Touristen jedoch leidlich gut englisch. Da unser Sohn blond ist, werden wir sehr häufig von fremden Menschen angesprochen. Die meisten möchten unserem Sohn einfach nur übers Haar streicheln. Doch mit dieser Familie kommen wir ins Gespräch. Die Männer bitten meinen Mann zu sich herein und ich bleibe mit unserem Sohn draußen bei den Frauen.


Wie lange Stillen?
Die erste Frage, die mein Mann drinnen zu hören bekommt ist die, ob ich denn unseren Sohn auch anständig stillen würde. Offenbar haben sie schon gehört, daß westliche Frauen das nicht so gern tun. Als mein Mann bejaht, sind sie zufrieden. Dasselbe werde ich draußen von den Frauen auch gefragt. Sie erklären mir darauf hin, dass man ein Kind unbedingt drei Jahre lang stillen müsse. Nie werde ich dieses Erlebnis vergessen und gestillt habe ich unseren Sohn - drei Jahre lang.